HFQS
     HERRMANN ex PICCOLO HENRICO
         Unterscheidungssignal
Danzig 
HFQS,     Brigg,     Holzbau


Die Brigg HERRMANN (von DANZIG) ex PICCOLO HENRICO. Öl, 38 x 58 cm, 1864. Das Schiffsporträt befindet sich in Privatbesitz
Die Hintergrundszcene zeigt die Schlacht von Helgoland am 9. Mai 1864 mit der dänischen Dampf-Fregatte JYLLAND(li) und dem britischen Kriegsschiff AURORA(re).
 http://www.milhist.dk/1864/helgolan/helgolan.html


Maler/Artist: Baagoe, Carl Emil (Danish, 1829-1902), is a respected Danish marine artist, who worked in the tradition of the Eckersberg School. He preferred calm motifs and scenes and we notice a detailled drawing of the vessels depicted. He exhibited from 1855 on at the Charlottenborg in Copenhagen and travelled as an artist to Iceland and Norway. He usually signed "Carl Baagoe", but some of his works show also his initials "C.B." only. We have to note on this occasion that there were other Danish marine artists, for instance Carl Bille, who used this monogram also. Baagoe is represented in several local Museums in Denmark but not internationally.

124 Preußische Normallasten = 248 tdw (186 NRT); 1876: 199 BRT / 193 NRT tdw
26,30 m  7,32 m  4,42 m
10 Mann Besatzung
Baubeginn 1847 / Stapellauf 1848 Alimuri / Italien
1848    PICCOLO HENRICO  ? , ? / Italien
1871    HERMANN    A. Gowan, Berwick / GB                      Auszug aus der e-mail von Mike Simpson, Penrith, NSW, Australia. Seine Homepage  über @ .. berships
1873    HERMANN    Hermann Behrent, Danzig / D
1876    HERMANN    A.B. Gowan, Berwick / GB                  Auszug aus dem Berwick Ship Register.  Thanks to Berwick Records Office and Billy Swan @ Berwick Shipyard
1880    HERMANN    Hermann Behrent, Danzig / D
1887    auf der Reise von Gefle nach Grimsby mit Holz nach Wassereinbruch von der Besatzung verlassen; später von britischen Bergern nach Leith eingebracht, aber wegen zu hoher Reparaturkosten den Bergern überlassen.

Quelle: STRANDGUT: Reinhart Schmelzkopf - Siegfried  F o r n a c o n

Auf der Suche nach Spuren meiner Danziger Vorfahren stieß ich zum ersten Mal in der Schrifft: Danzig und die Schifffahrt, Westpreußisches Landesmuseum, Schloß  Wolbeck in Münster, Ausstellung 1984/85, auf meinen Familiennamen in einer Beschreibung von Sigfried Feornacon zu dem oben gezeigt Schiffsportät HERRMANN:

Zudem weiß S. Feornacon in derselben Schrifft über das Schiff noch folgendes zu berichten:

Die HERRMANN (Wahrscheinlich muß es richtig HERMANN heißen)
Ein Fremdling unter den Danziger Schiffen ist der Schooner PICCOLO HENRICO, der kleine Heinrich, der 1848 in Italien vom Stapel lief und 1860 von dem Danziger Reeder Herrmann Behrent erworben wurde; dieser gab ihm seinen eigenen Vornamen HERRMANN und takelte ihn zur Brigg um. Mit 258 Tonnen Tragfähigkeit war dieses Schiff auch für eine Brigg nur klein. Mindestens von 1873 bis 1887 wurde der Segler von Kapitän Theodor Fernau befehligt. Er stammte aus Kolberg und war höchstwahrscheinlich ein Vorfahr des in Bromberg beheimateten Schriftstellers Joachim Fernau, der seinen Roman "Ein wunderbares Leben" In einer Ostseekleinstadt und in Bromberg lokalisiert - wenn nicht dieser Schiffsführer Theodor Fernau überhaupt das Vorbild für jenen Kapitän abgegeben hat, der in dem Buch vorkommt. 1874 befand sich die HERRMANN auf einer Reise mit Holz von Galle in Schweden nach Grimsby. Auf der Nordsee sprang das immerhin schon 26 Jahre alte Schiff leck und wurde von seiner Besatzung aufgegeben. Aber es schwamm auf seiner Ladung,  wurde von britischen Bergern entdeckt und nach Leith geschleppt, wo man die Holzladung löschte. Da die Bergungs- und Reparaturkosten zu hoch waren, obwohl Behrent das Schiff mit 30.000 Mark in Stettin versichert hatte, wurde die HERRMANN den Bergern überlassen. Ein paar Jahre fuhr sie für A.S. Gowen in Berwlck upon Tweede (Nordengland), dann kehrte sie zu Behrent zurück und war noch bis 1887 in Fahrt. Insgesamt also 39 Jahre. Auch dieses Schiff hatte man mit einer Metallhaut versehen; ebenso waren die Bolzen, die Spanten und Planken zusammenhielten, über und unter Wasser aus nichtrostendem Metall. Der Segler konnte also in den Tropen eingesetzt werden.

Quelle. Danzig und die Schifffahrt, Sigfried Fornacon.

Im WEB stieß ich auf eine Schiffsliste von Berwick / GB unter der folgenden Adresse: http://freepages.genealogy.rootsweb.com/~agene/berships.html und darin stand unter 1871 der folgende Eintrag:
Hermaun A. Gowan 184 Schooner
Weitestgehend stimmen diese Angaben mit denen der  HERRMANN überein. Von dem Besitzer der Website, Mike Simpson, erhielte ich folgende e-mail.
Auf Empfehlung von Mike Simpson schrieb ich an das RECORD OFFICE in Berwick-upon-Tweed und erhielt zur HERMANN folgende Antwort:

I have checked the Berwick Shipping Register for 1876 and it contained the following information about the ship, HERMANN. Firstly, the ship was registered in the port of Berwick in August 1876 and had the official registration number 56675. The ship was built in ? Alimini, Italy and was a sailing ship. According to the registration, the ship had one deck; two masts; schooner rigging; square stern ; carvel build; no gallery ; male bust on the front. The framework of the vessel was wood and the boat was 86 feet 3 tenths long, 24 feet wide and 14 feet 6 tenth in depth. The registered tonnage was 193.27. At the time of registration, the owner was Arthur Byram Gowan, ship builder of Berwick who owned all 64 shares in the boat. The Registration was cancelled on 19 May 1879 because the ship was broken up – information provided by a letter dated 19 May 1879. In the register, there is no indication of the previous history of the boat or of its captain at the time. Gowan’s shipyard in Berwick started operating in Berwick in 1751 and continued in existence until 1879. By 1867, it was being run by Arthur Byram Gowan but the shipbuilding industry in Berwick was starting to decline. In 1877, the company switched to iron shipbuilding but it received very few orders. In March 1879 , the company went into liquidation and had to attempt to sell its assets to pay its debtors. I suspect the boat, Hermann remained unsold and was then broken up in May of the same year by the Company.

Auf einer italienischen Website fand ich einen Bericht über: Die Werften von Alimuri. Die Werften, die schon im 13 Jahrhundert bestanden, beschäftigten in der Mitte des 19. Jahrhunderts ca. 240 Arbeiter, die in 8 Docks arbeiteten. Wir kennen über 256 Schiffe, die dort gebaut wurden. Der Betrieb eines Schiffes erfolgte damals noch im Familienverband. Der Reeder selbst war meistens auch der Kapitän und die Mannschaft bestand aus Mitgliedern der näheren und weiteren Verwandtschaft. Diese Schiffe befuhren nicht nur das Mittelmeer, sie wagten sich auf alle Meere bis in die Nord - und Ostsee, nach China, Australien und in die Neue Welt. Im Gefolge dieser Aktivitäten entstanden in Meta Handwerksbetriebe, die sich auf die Herstellung von Schiffsarmaturen, Transportbehältern, Segeltuch, Seilen, nautischen Instrumenten und all jenen Dingen spezialisierten, die nun einmal zur Seefahrt gehörten.

Leider habe ich keine Auskünfte auf meine Anfrage zur PICCOLO HENRICO bisher bekommen. Aber es gibt heute (2007) preiswerte Flüge von Hamburg nach Neapel, so dass ich meine Wandersandalen schon angelegt habe und dieses Jahr Alimuri vor Ort nach Spuren absuchen werde.

Aus Schifflisten des BUREAU VERITAS (Brussel) [BV Jhg] und dem HANDBUCH der MARINE (Berlin) [HM Jhg} sind folgende Aussschnitte:


BV 1875


BV 1877


BV 1878



HM 1881



HM 1884



HM 1887