Unterscheidungssignal JCHB,      Bark,     Holzbau

386 BRT / 367 NRT / 490 tdw
Länge: 36.40 m  Breite: 8.75 m  Tiefgang: 4.73 m / 4.94 m;
11 Mann Besatzung
Kiellegung :1857 / Stapellauf: 1857 Werft: R. Linke, Colberg

1857    AUGUSTE JEANETTE    Otto Jänicke, Colberg / PR
1871    AUGUSTE JEANETTE    Meyer, Köslin/Colberg  / D
1875    AUGUSTE JEANETTE    Hermann Behrent, Danzig / D
1890    AUGUSTE JEANETTE    J.H. Rhetz & Co., Danzig / D
1891    AUGUSTE JEANETTE    J.J. Wallis & Co., Barth / D
1893        am 20.11. auf der Reise von Memel nach Sunderland mit Eichenschwellen in der Nordsee auf ca. 55°50’N 2°40’0 entmastet und sinkend von der Besatzung verlassen. Das Wrack wurde später nach Rotterdam eingebracht und dort kondemniert

Quelle: STRANDGUT: Reinhart Schmelzkopf - Siegfried  F o r n a c o n

Aus Siegfried Fernacons Aufzeichnungen:
Stadtarchiv Barth, Rep.4, IX E Nr. 1313.
Die Bark AUGUSTE JEANETTE war im November 1893 mit Holz und Schwellen von Memel nach Sunderland unterwegs. Auf dieser Reise traf sie auf der Nordsee schweren Sturm. Steuermann Wilhelm Sagert berichtet darüber:

Am 18. November 1893 erhielten wir mittags einen starken Sturm aus Nordost, welcher uns zwang, Obermarssegel und Fock zu bergen. Die See lief hoch, und das Schiff lag meistenteils unter Wasser, so dass wir am Abend desselben Tages beschlossen, beizudrehen. Wir machten zu diesem Zweck das Voruntermaarssegel fest und drehten dann bei. Ungefähr zehn Minuten später rollte eine furchtbare, hohe See heran, welche das ganze Schiff mit Wasser bedeckte, das Bugspried brach, das Vorderdeck aufreißend und die sämtlichen Masten löste, so dass im nächsten Augenblick der Fockmast über Bord ging und bald auch den Großmast zum Sturz brachte. Zu gleicher Zeit wurden Ruderrad und Ruderherz gebrochen und die Ruderbolzen aus dem Deck gerissen, so dass für den ersten Augenblick das Steuern des Schiffes unmöglich war. Das Schiff war nun wrack. Wir kappten so viel wie möglich von den Masten längsseits des Schiffes, doch gelang es nur, den Fockmast freizubekommen. Der Großmast blieb liegen. Bei dieser Arbeit wurden wir hin- und hergespült, wodurch uns die Axt aus den Händen gerissen wurde. Schon um diese Zeit gewann ich die Überzeugung, dass an eine Rettung des Schiffes nicht mehr zu decken sei und wir allein die Rettung des Lebens würden erhoffen können.

Der Matrose Julius Hoffleit berichtete darüber hinaus:
Großmars- und Besanstenge brachen; das Schiff lief voller Wasser; Teile der Ladung wurden herausgespült.

Am 20. November 1893 kam bei Tagesanbruch der britische Fischdampfer BEE unter Kapitän Charles Odell in Sicht. Er übernahm die Besatzung, konnte aber nichts zur Rettung des Schiffes tun. Als das Schiff aufgegeben wurde, war seine Position ungefähr: 50°50’ Nord und 2°40’ Ost. Odell brachte die Schiffbrüchigen an Land und erhielt vom Deutschen Kaiser eine goldene Uhr mit dem Bildnis und Namenszug Wilhelms II. als Dank für die Rettung der deutschen Seeleute.

BV 1859


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